Tina entdeckt Berlin...




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Streik und Mein Weltbild wird der Realität angepasst

Heute ist Streik. Nicht von uns, sondern der GDL. Dass heißt: Es fahren keine S-Bahnen und ich muss mir irgendwie anders meinen Weg zur Arbeit bahnen. Passend dazu ist Nieselregen angesagt. Schmuddelwetter.

Dank frühem Aufstehen und tollen Busfahrern komme ich pünktlich. Im Plenum wird Afghanistan diskutiert. Da würde ich gerne hin, bin allerdings für die Veranstaltung "Pressefreiheit in Russland und Zentralasien" angemeldet. Die Chefin warnt mich schon vor, dass ich mit den Ohren schlackern würde, wenn ich hörte, was da abgeht. Ich bin gespannt, hole mir einen Kaffee, nicht wissend, dass die Empore geschlossen ist. Letztlich durften wir Praktikanten mit den den runden Tisch, und sehen ganz Business-like aus. Und ich mit meinem Pappkaffeebecher auf dem Tisch. Da steh ich drüber. Links von mir sitzt ein Abgeordneter, rechts von mir eine Praktikantin, die nur unter sich guckt und bloß nicht mit jemanden reden will. Also scherze ich ein wenig mit dem Abgeordneten. Doch das Thema der Veranstaltung ist alles andere als lustig. Es zeigt sich einmal mehr, dass man im Bundestag Informationen bekommt, die ich zuhause wohl eher nicht bekäme.

Ob ich das hier so alles wiedergeben darf, weiß ich nicht. Daher umreiße ich das Thema nur knapp, obwohl ich das, was ich dort gehört habe am liebsten detailgetreu wiedergeben und eine richtige Abhandlung darüber schreiben würde.

Die Situation in der Region ist schockierend. Da sitzen Auslandskorrespondenten, die regelmäßig Morddrohungen bekommen, weil sie objektiv Bericht erstatten wollen. Sie erzählen, von Menschen die wegen eines Fotos zusammengeschlagen werden, von gleichgeschalteten Medien, die mindestens 50% gute Nachrichten senden müssen, denen aus dem nichts die Steuerfahndung auf den Hals gehetzt wird, alles wird getan um ihnen das Leben schwer zu machen. Passend dazu jährt sich gerade der Mord an Anna Politkowskaja und dennoch ist es irgendwie beruhigend und erschreckend zugleich, dass es immer noch Menschen gibt, die dort für Presse- und Meinungsfreiheit kämpfen.

12.10.07 18:04
 


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