Tina entdeckt Berlin...




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Herr Dr. Hübner und ein Raum voller Egos

Als ich im Büro ankomme, erfahre ich, dass die Chefin krank ist. Na super. Soviel zum Thema spannende Sitzungswoche. Alle Termine für heute gestrichen, bedeutet für mich, dass ich zum D-Arzt kann.

Der Arzt in der Charité hat mir versprochen, mich an einen in Mitte, Nähe Bundestag zu überweisen. Ich verbringe 30min im Bus, um in den Osten Richtung Friedrichshain zu fahren. Vielen Dank.

Dort angekommen stelle ich fest, dass Berliner Damen in den 40ern wohl gerne mit sich selbst reden. Denn nicht nur unsere Sekretärin, sondern auch die Sprechstundenhilfe von Dr. Hübner plappert unentwegt vor sich hin. Und tut sich ziemlich leid. Furchtbar.

Gott sei Dank geht alles flott. Der Doktor kommt, witzelt über die Mainzer Witzischkeit. Ein Blick auf mein Knie, und der gute Mann, dessen Karriere wahrscheinlich in den 50ern ihren Zenit hatte, weiß genau was zu tun ist: Kühlen, Salbenverband, Schmerzmittel. Auf meine Bitte das Knie hinsichtlich des Meniskus einmal zu untersuchen, sagt er, er wolle das Knie nicht unnötig belasten. Ist klar, ne!? Also, lieg ich da, mit Kühlkissen auf'm Knie, bekomm eine Spritze und dann einen Verband, der, eh ich an der 200m entfernten Bushaltestelle bin, schon wieder runtergerutscht ist. Wenigstens komme ich rechtzeitig zurück um mit Jörg zur Menschenrechts-AG zu sprinten. Jörg war bei der Bundeswehr und hat einen entsprechenden Schritt drauf. Dank einer Schmerzmittelinjektion, die auch einen mittelgroßen Elefanten ruhig gestellt hätte, spür ich gar nichts mehr, und versuche Schritt zu halten.

Später am Nachmittag ist Fraktionssitzung. Die Sekretärin betont zum tausendsten Mal, dass alle total heiß sind da hin zugehen, und wie glücklich ich mich schätzen könne, dass sie mich angemeldet hat. Ich danke ihr zum tausendsten Mal und mache mich auf den Weg. Die Sitzung beginnt etwas verspätet. Vor mir sitzt ein Abgeordneter, der von Kopien eines 80er Jahre Spanisch-Schullehrbuchs, versucht die Zahlen zu lernen. Ich lasse meinen Blick schweifen. Politpromis gucken. Vorne sitzt Frau Merkel. Herr Kauder schwört die Fraktion auf den politischen Kurs ein. Dann erzählt Frau Merkel, welche Fortschritte wir in der EU machen. Nun geht es an die Berichterstattung zu anderen Themen. Wie sollte es sonst sein: Wenn soviele aufgeblasene Egos in einem Raum sind, da wird keine Ruhe gehalten. So kann sich ja keiner konzentrieren. Also schau ich lieber, was Frau Merkel da so macht. Überleg mir, warum keiner dem Pofalla sagt, dass seine Brille echt unvorteilhaft ist. Oder warum sich der ein oder andere in der Aussprache so profilieren muss. Ob ich diesen Teil des Geschäftes Politik jemals verstehen werde? Netzwerk bilden, in den Medien vertreten sein, Profil schärfen. Mal wieder sitze ich nur staunend da...

23.10.07 18:52
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sabrina / Website (29.10.07 18:15)
Oh Tina, was machst Du denn nur? Ich hoffe, Deinem Knie gehts wieder besser!!
Wünsche Dir noch eine tolle letzte Woche in Berlin!
Kære hilsen,
Sabrina


Muckel (30.10.07 13:44)
Eieiei, hoffe es geht dem Knie mittlerweile besser!
Ansonsten sind das ja interessante Dinge, die du da erlebst!
Gute Besserung noch!
Michael

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